Website für Elektriker: Diese Inhalte bringen Anfragen
Nicht Gestaltung entscheidet, ob Ihr Telefon klingelt, sondern Inhalt. Welche Bausteine wirken — und an welcher Stelle der Seite sie stehen müssen.
Eine Webseite für Elektriker hat einen sehr konkreten Job: Sie soll einen Besucher, der gerade ein Problem hat, in einen Anrufer verwandeln. Alles, was diesem Zweck nicht dient, ist Ballast. Diese Übersicht zeigt, welche Inhalte wirken und wo sie stehen sollten.
Die fünf Sekunden, in denen sich alles entscheidet
Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er bleibt. In dieser Zeit muss er drei Dinge erfassen: was Sie machen, wo Sie arbeiten und wie er Sie erreicht. Das heißt konkret: Betriebsname, Ort und Hauptleistung gehören in die erste Zeile, die Telefonnummer sichtbar daneben — nicht ins Menü und nicht in die Fußzeile.
Ein guter Test: Zeigen Sie einem Bekannten die Startseite für fünf Sekunden und fragen Sie danach, was der Betrieb macht und wo er sitzt. Wenn die Antwort nicht kommt, ist die Seite noch nicht fertig.
Leistungen: konkret statt vollständig
Die häufigste Schwachstelle sind Leistungslisten, die alles nennen und nichts erklären. „Elektroinstallation“ als Stichwort hilft niemandem. Schreiben Sie stattdessen, was der Kunde danach hat:
| Statt | Besser |
|---|---|
| Elektroinstallation | Komplette Elektroinstallation für Neubau und Sanierung — vom Zählerschrank bis zur letzten Steckdose |
| E-Mobilität | Wallbox anschließen, beim Netzbetreiber anmelden und in Betrieb nehmen |
| Prüfungen | Wiederkehrende Prüfung Ihrer elektrischen Anlage mit Protokoll für die Versicherung |
| Smart Home | Beleuchtung, Rollladen und Heizung über eine App steuern — nachrüstbar im Bestand |
Der Notdienst-Block
Wenn Sie einen Notdienst anbieten, ist er oft der wertvollste Abschnitt der ganzen Seite — vorausgesetzt, er beantwortet die drei Fragen, die ein Anrufer um 22 Uhr hat: Kommen Sie zu mir? Wie schnell? Was kostet die Anfahrt?
Ein Notdienst-Block ohne Gebietsangabe erzeugt Anrufe aus 80 Kilometern Entfernung. Einer ohne Preisrahmen erzeugt Diskussionen an der Haustür. Beides lässt sich mit zwei Sätzen vermeiden.
Vertrauen: Meisterbrief, Innung, Bewertungen
Elektroarbeiten sind Vertrauenssache, und der Kunde kann Ihre Qualität nicht beurteilen. Er sucht deshalb nach Ersatzsignalen. Diese wirken erfahrungsgemäß am stärksten:
- Qualifikation: Meisterbetrieb, Befähigungsnachweis oder Installationsbewilligung — je nach Land
- Mitgliedschaft in der Innung oder im Branchenverband
- Echte Fotos vom Team und von fertigen Arbeiten statt Stockbildern
- Bewertungen mit Datum und Ortsangabe, direkt auf der Seite sichtbar
- Gründungsjahr oder Anzahl der Mitarbeiter, wenn beides für Sie spricht
Das Einzugsgebiet richtig benennen
Viele Handwerker-Seiten listen 40 Gemeindenamen in der Fußzeile. Das wirkt weder auf Kunden noch auf Suchmaschinen. Besser ist es, das Gebiet im Fließtext zu benennen — mit Fahrzeit statt mit Kilometern: „Wir arbeiten im Umkreis von rund 30 Fahrminuten, das umfasst unter anderem …“. Und für die drei bis fünf wichtigsten Orte lohnt sich je eine eigene Seite mit echtem Inhalt.
Kontaktwege: Anruf, WhatsApp, Formular
Bieten Sie mindestens zwei Wege an. Der Anruf gewinnt bei akuten Problemen, das Formular bei planbaren Vorhaben wie einer Wallbox, WhatsApp bei allem dazwischen — besonders bei jüngeren Kunden, die ungern telefonieren.
Halten Sie das Formular kurz. Name, Telefonnummer, Ort und ein Freitextfeld reichen. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen. Alles Weitere klären Sie beim Rückruf in zwei Minuten.
Pflichtseiten, die nicht fehlen dürfen
Impressum und Datenschutzerklärung sind in allen drei Ländern Pflicht, wenn auch nach unterschiedlichen Vorschriften: In Deutschland über das Telemedienrecht, in Österreich über § 5 ECG und das Mediengesetz, in der Schweiz über Art. 3 UWG. Details dazu stehen auf den Länderseiten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Alles auf einen Blick
| Inhalt | Wirkung | Platz auf der Seite |
|---|---|---|
| Betrieb, Ort und Hauptleistung | Orientierung in fünf Sekunden | ganz oben |
| Telefonnummer als Anruf-Button | direkter Kontakt vom Handy | Kopfbereich |
| Fünf konkrete Leistungen | zeigt Passung zum Anliegen | oberes Drittel |
| Notdienst mit Gebiet und Preisrahmen | gewinnt dringende Anfragen | oberes Drittel |
| Qualifikation und Innung | ersetzt fehlende Fachkenntnis des Kunden | Mitte |
| Bewertungen | bestätigt die Entscheidung | Mitte bis unten |
| Einzugsgebiet im Fließtext | klärt Zuständigkeit | unteres Drittel |
| Kurzes Formular | fängt planbare Anfragen | unten |
| Impressum und Datenschutz | gesetzliche Pflicht | Fußzeile |
Häufige Fragen zum Thema
Wie viele Leistungen soll ich auf der Startseite nennen?
Fünf bis sieben, sortiert nach Umsatzanteil. Wer zwölf Leistungen gleichwertig auflistet, wirkt beliebig. Die übrigen gehören auf eine Leistungsübersicht, nicht auf die Startseite.
Soll ich Preise auf die Website schreiben?
Zumindest Größenordnungen, ja. „Anfahrt innerhalb von 20 Kilometern 45 €“ oder „Wallbox-Installation ab 900 € je nach Leitungsweg“ filtert Anfragen vor, die ohnehin nicht zustande kommen. Das spart beiden Seiten Zeit.
Brauche ich echte Fotos oder gehen Stockbilder?
Echte Fotos wirken deutlich stärker, gerade im Handwerk. Ein Bild vom eigenen Fahrzeug vor einem erkennbaren Ort schlägt jedes Stockfoto eines lächelnden Models mit Bohrmaschine. Zur Not reicht anfangs ein Smartphone-Foto bei Tageslicht.